© 2018 Kurt Höffgen / Kulturverein Alte Synagoge Krakow am See e.V.

Die Synagoge

Geschichte

(Kurzer Abriss, Genauere Informationen in der ständigen Ausstellung in der

Synagoge)

Seit 1730 besuchen erste Hausierer wieder die Märkte der Stadt Krakow 1759 erhalten die Schutzjuden David Hirsch, Aaron Moses und Moses Joachimhier das Niederlassungsrecht 1819 leben in der Stadt 19 Familien jüdischen Glaubens (56 Personen), ihre Gemeinde wächst weiter und 1845 gibt sich die Gemeinde eine Gemeindeordnung die erste Belange regelt 1865 beschließt die israelitische Gemeinde ein eigenes Gotteshaus – eine Synagoge – zu bauen Die Gemeinde kauft ein Grundstück, 16 Quadrat Ruten groß, damals in  der Plauer Str. 7 und finanziert es zu größtem Teil aus eigenen Mitteln. Der hiesige Maurermeister Sommer erhält den Auftrag (ein schlichter Synagogenbau aus hellem Backsandstein entsteht mit Betsaal, Frauenempore und Nebenräumen), schon am 12. Dezember 1866 kann die feierliche Einweihung gefeiert werden. Der Magistrat der Stadt Krakow ist anwesend und der Landesrabbiner Dr. Cohn 110 Gemeindemitglieder zählte damals die Gemeinde. Die Synagoge wurde nun das religiöse und soziale Zentrum der Gemeinde. So konnte sie ihrer Pflicht nachkommen den Kindern die jüdischen Gesetze, ihre Religion, Schriften und Rituale im wiederkehrenden Jahresrhythmus zu lehren. In der Synagoge wurden die Feier-, Fasten- und Gedenktage ihrer Religion begangen, aber auch Hochzeitengefeiert, das Volljährigkeitsfest ausgerichtet oder Beerdigungsfeiern fanden statt. Natürlich diente die ehemalige Synagoge auch als Verwaltungsgebäude der Gemeinde. Benno Nathan ist zu dieser Zeit Gemeindevorsteher. Die Mitglieder der jüdischen Gemeinde sind oft Händler und Kaufleute, sie integrieren sich in der mecklenburgischen Kleinstadt und sind in vielen Vereinen tätig, z.B. Bürgerverein oder FFW. Zu den Stiftern des Fritz Reuter Steins auf dem Lehmwerder gehören z.B. die Brüder Benno und Joseph Nathan. In den kommenden Jahren verkleinerte sich die Gemeinde erheblich durch Umzug jüngerer Mitglieder in größere Städte oder ältere Gemeindemitglieder versterben. Die Unterhaltung des Gebäudes und des Lehrers wurden für die Gemeinde zu teuer. Hinzu kam, dass die erforderliche Mindestzahl an männlichen Teilnehmern für einen Gottesdienst( 10) nicht mehr erreicht wurde, so dass die Gemeinde beschloss die Synagoge an die Stadt zu verkaufen. 1911 wird hier letztmalig das Chanukkafest gefeiert. 1920 verkauft die jüdische Gemeinde die Synagoge an die Stadt (für 10 TSD Mark, davon 7000 in bar und 3000 als Hypothek) mit der Auflage einer öffentlichen Nutzung. Die Thorarollen, Kandelaber, Vorhänge und das Rednerpult und die Sitzbänke werden erst in den Wohnungen der Gemeindemitglieder untergebracht. 1930 verstirbt der letzte Gemeindevorsteher Benno Nathan und nun werden die Gesetzesrollen und anderes Inventar an die jüdische Gemeinde in Güstrow übergeben. 1920er Jahre, in die ehemalige Synagoge zieht der deutsche Arbeiter und Sportverein „Fichte Krakow“ ein und nutzt das Gebäude für Trainingszwecke und Wettkämpfe als Turnhalle. 1927 errichtet der Turnverein für seine gefallenen Kameraden im 1. Weltkrieg direkt vor der Synagoge ein Denkmal das noch heute die Namen der gefallenen Turnbrüder verzeichnet. Die Zeit des Nationalsozialismus übersteht die ehemalige Synagoge als Turnhalle unbeschadet. Nach 1945 werden die Räumlichkeiten als Getreidelager genutzt, um dann mit dem Schulbeginn, in Krakow am See 1946, wieder zur Turnhalle zu werden. Erst als die Schule ihre neue Sporthalle 1984 erhält, verliert die ehemalige Synagoge ihre Nutzung als Turnhalle. Sie steht dann lange leer und es gibt Überlegungen und erste Pläne( 1985) sie nach einer Sanierung für die damalige Zentralbibliothek zu nutzen. Durch die Wende 1989/1990 wird aus diesem Vorhaben nichts. Jedoch wird der Stadtvertretung die Bedeutung dieses einmaligen erhaltenen Synagogenbaues in Norddeutschland klar und mit Hilfe von Fördermitteln wird die ehemalige Synagoge umfassend unter denkmalpflegerischen Aspekten rekonstruiert und saniert Zeitgleich gibt es in der Stadt wieder den Wunsch nach kulturellem Leben und der Kulturverein “Alte Synagoge Krakow am See e.V.“ gründet sich im März 1995 mit dem Ziel, in der ehemaligen Synagoge hochwertige und vielfältige Veranstaltungen anzubieten und wechselnde Ausstellungen hier im ehemaligen Betsaal zu zeigen. 1995 wird die sanierte Synagoge der Öffentlichkeit übergeben, zu diesem Zeitpunkt mit der Krakow Information. Jährlich besuchen viele Gäste unser kulturelles Zentrum, schauen sich die wechselnden Ausstellungen von meist regionalen Künstlern an, besuchen die ständige Ausstellung zur jüdischen Geschichte hier am Schulplatz 1 oder besuchen die unterschiedlichsten Veranstaltungen, die wir hier anbieten. Nach mehr als 150 Jahren kann die Alte Synagoge als einmaliges Denkmal hier im norddeutschen Raum in Krakow am See zu den jeweiligen Öffnungszeiten besucht werden.
Kulturverein Alte Synagoge Krakow am See e.V.